Bereits während des Zweiten Weltkriegs gab es Gegensätze zwischen links und rechts im griechischen Widerstand. In der Zeit, in der Griechenland von Truppen der Wehrmacht besetzt war (April 1941 bis Ende Oktober 1944), standen sich die kommunistische ELAS, die teils republikanischen, teils monarchistischen Widerstandskämpfer der EDES (Εθνικός Δημοκρατικός Ελληνικός Σύνδεσμος; Ethnikos Dimokratikos Ellinikos Syndesmos, Nationaler Demokratischer Griechischer Bund), die durch die Regierung in Athen aufgestellten Sicherheitsbataillone (Tagmata Asfalias) sowie rechtsgerichtete Organisationen wie die „Organisation X“ gegenüber, die nationalistisch bis rechtsextrem orientiert waren.
Infolgedessen kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen, Standgerichten, Übergriffen und Massakern von allen Seiten, auch an unbeteiligten Zivilisten. Die ELAS errang dabei gegenüber den übrigen Gruppen und
der Hitler-freundlichen Regierung in Athen die Vorherrschaft über weite Teile des Landes mit Schwerpunkt im Norden (Makedonien) und in der Zentralregion. Durch den Abzug der deutschen Truppen Ende Oktober 1944 kam es teilweise zu regelrechten Machtübernahmen der ELAS, beispielsweise in Thessaloniki und in Athen, trotz der erfolgten Landung britischer Truppen ab Oktober 1944.[2] Athen wurde nach dem Rückzug der Wehrmacht am 12. Oktober 1944 von Einheiten der ELAS verwaltet, die am 14. Oktober 1944 von einrückenden britischen Truppen abgelöst wurden.[2]
Der Gegensatz zwischen der kommunistischen ELAS und den rechtsgerichteten Kräften in Regierung, EDES und Militär (beispielsweise der monarchistisch gesinnten Riminibrigade) verschärfte sich nach dem Abzug der Wehrmacht. Die griechische Regierung unter Georgios Papandreou und seinen Nachfolgern wie Nikolaos Plastiras, Petros Voulgaris, Panagiotis Kanellopoulos und Themistoklis Sofoulis (alle 1945 amtierend) erhielt dabei britische Unterstützung sowohl in Form von Wirtschafts- und Militärhilfe als auch britischer Truppen. Entsprechend einer geheim gehaltenen Vereinbarung zwischen Winston Churchill und Josef Stalin wurde Griechenland der britischen Einflusssphäre auf dem Balkan zugeteilt. Der Konflikt eskalierte am 3. Dezember 1944 in der Dekemvriana (auch Schlacht um Athen genannt), bei der es zu mehrtägigen Kämpfen zwischen der ELAS einerseits und Regierungstruppen unter Beteiligung britischer Truppen andererseits kam. Die Regierungstruppen bzw. Briten behielten Mitte Dezember 1944 die Oberhand und vertrieben die ELAS-Kräfte aus Athen und Umgebung.
Die Bemühung zur Deeskalation fand unter britischer Vermittlung durch das Abkommen von Varkiza im Februar 1945 ihren Ausdruck. Die Entwaffnung der ELAS wurde vereinbart. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass rechtsradikale Personen und Organisationen aus der griechischen Armee und Polizei entfernt werden sollten (beispielsweise die Organisation X). Beide Bedingungen wurden nicht im Sinne des Abkommens von Varkiza umgesetzt. Die ELAS behielt in Verstecken einen erheblichen Teil ihrer Waffen. In Polizei und Armee verblieben weiterhin Rechtsradikale.