Zitat Zitat von Uffzach Beitrag anzeigen
Wir sollten uns allerdings einig werden können, dass das Gelaber der anderen, das Narrativ also, niemals wissenschaftliche Evidenz sein kann für das, worüber sie labern.
So ein Gelaber! Dem stimme ich ausdrücklich nicht zu, und wenn es Dich einmal sehr interessiert, sage ich dazu was.

Wichtiger ist ohnehin diese Zeile:

Zitat Zitat von Uffzach Beitrag anzeigen
Haben wir nun also Geschichte und Vergangenheit auf wissenschaftliche Evidenz gegründet, stellt sich alsdann die Frage, was dich bewegen sollte diese Vergangenheit oder Geschichte zu deiner zu machen.
Ok. Nun sehe ich, worauf Du hinauswillst: [Links nur für registrierte Nutzer]

Guter Punkt.

An den ersten Buchdruck kann ich mich ganz und gar nicht erinnern. Für den verwende ich das Wort „Erinnerung“ auch nicht.

Wohl aber für die Katastrophe Europas, die Alexander „Vogelschiss“ Gauland als abwischbar darstellt.

Das Wort „Erinnerung“ fasst zwei Aspekte ganz gut zusammen: Zum einen mein Wissen - viele Dinge sind so gut dokumentiert, dass ich sie wissen kann, als hätte ich sie erlebt. Zum Anderen die Präsenz der Zeit in meinem Bewusstsein, zum Beispiel durch sehr viele Gespräche mit Zeitzeugen, die mir recht anschaulich schilderten, wie sie unter Hitlers Herrschaft arbeiteten, hungerten, töteten, eroberten, desertierten, flohen und Angehörige verloren. Auch durch selbst erlebte Auswirkungen wie eine absurde Teilung Deutschlands.

So wie manche Leute die Erinnerung an ihre Familie wahren, indem sie ein Haus pflegen, das die Urgroßeltern bauten, auch wenn sie selbst damals noch nicht geboren waren. Sie werden die Tatsache, dass die Urgroßeltern es bauten, niemals als Narrativ und Gelaber bezeichnen, sondern als ihre eigene Vergangenheit betrachten.

Ich schätze, die Leute werden bald weniger oft von „Erinnerung“ reden, wenn sie selbst weniger direkt betroffen sind. Dann werden sie andere Wörter benutzen wie „Wissen“, „Bewusstsein“, „Lehre“. Das soll aber meine Sorge nicht sein.